Erinnerungen an Bruno Groß

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Datum: 
13.06.2020

„Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“
Albert Einstein 

Die FF Haar muss sich von einem ihrer Großen verabschieden. Bruno Groß, geboren am 23.01.1937, Mitglied der FF Ottobrunn und danach unserer Wehr, hat unsere Reihen in der Nacht zum 10.06.2020 verlassen.

Sein Engagement fiel in eine technisch analoge Zeit der Fronthauber-Fahrzeuge und Sirenenalarmierung. Eine Zeit zunehmenden Bevölkerungswachstums, gesellschaftlicher Veränderung (68er), den anstehenden olympischen Spielen in München und den daraus abgeleitet notwendigen Veränderungen im Feuerwehrwesen. Der Bau der S-Bahn, die A99, das Bezirkskrankenhaus, die Fernzugstrecke sowie die innerörtliche Entwicklung Haars (beispielsweise Bau des Jagdfelds, Zunahme an Aufzügen usw.) stellte bestehende und angehende Mitglieder unserer Wehr vor immer neue theoretische wie praktische Herausforderungen, zumal es keine strukturierte Ausbildung hierfür gab.

Diesem Umstand widmete sich Bruno als frisch ernannter Jugendwart mit der ihm innewohnenden, unnachahmlichen Art und schaffte es ab 1971 in Haar eine wegweisende Feuerwehrausbildung auf die Beine zu stellen. Auf dem Grundstock seiner Arbeit werden in Haar, aber auch im Landkreis München, noch heute Feuerwehranwärterinnen und -anwärter ausgebildet.

Bemerkenswert für die Wehren des Landkreises München war sein beruflicher Einstieg in der Feuerwehreinsatzleitzentrale am Mariahilfplatz. Der erfahrene Feuerwehrmann betreute von dort aus eingehende Notrufe und alarmierte die entsprechenden Feuerwehren zu ihren Einsatzorten. Seine tiefe Stimme, seine fast schon sarkastische Art – trotz Funkdisziplin - im Umgang mit den rufenden Kameraden und zahllose Stilblüten machen die Zeit mit ihm für seine Mitstreiter unvergessen.

Nach seinem Wechsel in den passiven Stand 1983 besuchte uns Bruno seither bei vielen Veranstaltungen und war bis zuletzt ein gern gesehener Kamerad in unserem Hause.
Am Ende bleibt nur Danke zu sagen. Danke für die Zeit, danke für Deinen Einsatz, danke für Deine Kameradschaft!

Wer im Gedächtnis seiner Kameraden lebt, der ist nicht tot, er ist nur fern. Tot ist, wer vergessen wird.

Autor: 
M. Fahmüller
Tags: 
Verein