Feuerwehr in der Corona-Zeit - Ein Zwischenbericht

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Datum: 
18.06.2020

Die Corona-Pandemie hat nicht nur Einfluss auf das private oder öffentliche Leben sondern auch im Bereich der Feuerwehr haben sich eine Menge Änderungen ergeben.

Da die Feuerwehr als "Kritische Infrastruktur" eingestuft ist, muss es das oberste Ziel sein, dass die Einsatzkraft vollständig erhalten bleibt. Es wurden entsprechende Konzepte ausgearbeitet, dass alle möglichen Szenarien mit abgedeckt werden. Darunter fallen auch Szenarien, in denen eine oder mehrere Wehren aufgrund von Personal in Quarantäne ausfallen. Hier hat die Kreisbrandinspektion in direkter Zusammenarbeit mit dem Krisenstab im Landratsamt eine Menge Zeit investiert, um passende Konzepte zu erarbeiten und den Feuerwehren an die Hand zu geben.

Zusätzlich mussten Aufgaben während des ausgerufenen Katastrophenfalls bewältigt werden. Darunter fiel zum Beispiel die Verteilung von Schutzausrüstung, die der Freistaat Bayern über die Landkreise, die Kommunen hin zu den Bedarfsträgern in den einzelnen Orten verteilen lies. Über eine Online-Plattform konnte notwendige Ausrüstung (z.B. Schutzmasken, Anzüge, Handschuhe oder Desinfektionsmittel) bestellt werden. Die Feuerwehr bekam die Aufgabe der Verteilung. Hier musste in kürzester Zeit eine funktionierende Struktur geschaffen werden, um mehrmals in der Woche die Ware zu kommissionieren und zu verteilen bzw. auszugeben.

Nachdem in Haar 215 Bestellungen aufliefen, wurden an 25 Auslieferungstagen für jede Bestellung die Ware zusammengestellt, die "Kunden" über die Abholzeit informiert und eine Abholstation betrieben. Insgesamt liefen im Landkreis München 2672 Bestellungen auf.

Für Haar bedeutete das:

  • 22.000 Einmalhandschuhe
  • 35.438 Schutzmasken
  •   2.020 Überziehschuhe
  •      128 Schutzanzüge
  •   1.003 Liter Händedesinfektionsmittel
  •      236 Liter Flächendesinfektionsmittel

Außerdem kam noch ein außerplanmäßiger Transport vom Bayern-Lager an das Zentrallager in Haar hinzu, bei dem der Versorgungs-LKW einen Vormittag unterwegs war. All diese Arbeiten kamen noch on-Top zum normalen Einsatzdienst.

Der Einsatzdienst stellt auch in Pandemie-Zeiten eine besondere Herausforderung dar: Abstandsregeln lassen sich nicht immer einhalten, Kontaktbeschränkungen können nicht berücksichtigt werden, über Personen an der Einsatzstelle ist nicht unbedingt bekannt, ob sie erkrankt sind etc.
Somit muss auch hier für alle Eventualitäten vorgesorgt sein und es müssen entsprechende Konzepte vorliegen, die zur Anwendung kommen.
In den vergangenen drei Monaten konnte aber eine positive Entwicklung festgestellt werden: Die Einsatzzahlen gingen deutlich nach unten. Wenn Alarme aufliefen, dann war auch meistens wirklich das Eingreifen der Feuerwehr erforderlich.

Eines darf aber auf gar keinen Fall außer Acht gelassen werden, die Kammeradschaft und Motivation. In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen, Kontaktsperren und weitern Einschränkungen musste ein Weg gefunden werden, wie die Motivation hoch gehalten werden kann. Hier versuchte die Feuerwehr Haar über eine transparente Informationspolitik und verschiedene Wege der Kommunikation möglichst viel Kontakt zu ermöglichen. Gerade im Bereich des Übungsdienstes mussten neue Wege gegangen werden. Hier gab es Online-Übungen oder Quiz-Aufgaben für das Selbststudium.
Erst vergangene Woche konnte zum ersten Mal wieder eine Präsenzübung abgehalten werden mit einer Menge an Voraussetzungen und Beschränkungen.

Eine erste Zwischenbilanz kann aber klar gezogen werden:

Aus jetziger Sicht ist die Feuerwehr Haar sehr gut durch die schwere Zeit gekommen und die Motivation und Einsatzbereitschaft haben nicht unter all den Beschränkungen gelitten. Aber dennoch merkt man sehr deutlich, dass es unbedingt notwendig ist, dass wieder mehr Normalität in den Feuerwehralltag einzieht und die teilweise doch sehr unangenehmen Beschränkungen endlich wieder zurückgenommen werden können.

Aus Sicht der Führung kann nur ein Resümee gezogen werden:

IHR SEID SPITZE - BLEIBT WEITERHIN GESUND!

Tags: 
Technik